"Understory - Kapitel 1: Literatur, ein Ort um sich zu versammeln"

Der Raum ist wie das Understory eines Waldes: eine verborgene, doch lebendige Schicht, in der junges Wachstum gedeiht, Triebe sich verzweigen und Pflanzen in gegenseitiger Nähe ein gesundes, kooperatives Ökosystem bilden. Hier entsteht Raum für Gemeinschaft und Austausch, für organisches, nachhaltiges Wachsen der Sammlung, die sich aus vielen Stimmen zusammensetzt. So wie Texte seit Jahrtausenden auf organischem Material überliefert werden, lebt auch dieser Raum von der Verbindung zwischen Material und den Menschen, die ihn ausfüllen – ein Ort, der sich natürlich entwickelt, vernetzt, verzweigt und offen bleibt für Neues.
Die Besonderheit liegt darin, dass Understory als Ort nicht auf klassische Lesungen oder passive Vermittlung setzt. Texte sollen nicht nur präsentiert oder frontal besprochen, sondern entdeckt, diskutiert, ausprobiert und die Sammlung mitgestaltet und -kuratiert werden. Nutzer*innen können aktiv in den Raum eingreifen: Empfehlungen einbringen, Texte austauschen, Gespräche anstoßen, Workshops und Lesediskurse initiieren. So wird Literatur zu einem lebendigen, sozialen Prozess, der auf die Bedürfnisse des Publikums reagiert.
Understory ist bewusst ein Startpunkt, kein fertiges Produkt. Der Raum wächst organisch, entwickelt sich durch Nutzung, Beteiligung und gesellschaftlichen Fortschritt weiter. Understory wird in Kapiteln erzählt und mit Kapitel 1: Literatur, ein Ort um sich zu versammeln ist zunächst ein Beginn gemacht, dessen Ende noch überhaupt nicht vorherzusehen ist. Langfristig soll Understory zu einem lebendigen Ort werden, an dem Literatur des 21. Jahrhunderts nicht nur gelesen, sondern erlebt, diskutiert und gelebt wird – ein Raum, der das AAI als interkulturellen Begegnungsort bereichert und neue Formen des literarischen Austauschs ermöglicht.
Initiiert von Jan Tappe gemeinsam mit Siddartha Lokanandi
Ein gemeinsames Projekt des Afro-Asiatischen Instituts und Hopscotch Reading Room, Berlin