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Inhalt:
Projekt & Ausstellung

Maskarade

Außereuropäische Verkleidungstraditionen in Verbindung mit europäischen Kostümtraditionen, Karneval & Fasching. Formen der (Selbst-)Darstellung. Ein Projekt des Afro-Asiatischen Instituts Graz mit Kultur- und Bildungsreferentin Barbara Zambo und den Studierenden des Lehramtsstudiums Kunst und Gestaltung an der PH Steiermark im Rahmen der Lehrveranstaltung „Künstlerisches Projekt II“ unter Leitung von Viktoria Taucher und Veronika Hauer.

Die Ausstellung mit Werken der Studierenden und Shannon Alonzo wird ab November in der QL-Galerie zu sehen sein.

Vernissage: 12.11.2026, 19:00 Uhr
 

AAI und PH St

Das Ausstellungsprojekt „MASKARADE“ setzt sich, aufbauend auf den gleichnamigen Text der jamaikanischen Schriftstellerin und Kulturkritikerin Sylvia Wynter (*1928), mit dem Spannungsfeld um Traditionen des Jonkunnu, des Karnevals im Allgemeinen in Verbindung mit europäischen Kostümtraditionen und Formen der (Selbst-)Darstellung auseinander. 

Die jamaikanische Schriftstellerin und Philosophin Sylvia Wynter thematisiert die jamaikanische Tradition des Jonkonnu, ein während der britischen Kolonialzeit entstandener Festbrauch mit Tanz, Musik und Umzügen zur Weihnachtszeit, welcher westafrikanische Masken- und Tanztraditionen mit britischen Weihnachtsbräuchen vereint. Im Kontext der Kolonialherrschaft kann Maskerade (Kostümierung, Maskierung, das Annehmen anderer Rollen) als künstlerische Form des Widerstands gesehen werden. 

Ein erstes Treffen zum Kennenlernen der Studierenden fand innerhalb der Räumlichkeiten des Afro-Asiatischen Instituts statt, wo Karnevals- und Faschingstraditionen diskutiert wurden und ein gemeinsamer Ausstellungsrundgang durch die vorherige Ausstellung, „Unfolding Horizons“, stattfand. Die Werke der Ausstellung stammten von zwei zeitgenössischen nigerianischen Künstlerinnen und konnten einen Bogen zu unserem Projekt spannen: So waren zahlreichen Masken zu sehen, welche bereits auf die geographischen Ursprünge vielfältiger karibischer Maskenfeste hindeuten.

Ein Workshop mit der auch in der Ausstellung vertretenen karibischen Künstlerin Shannon Alonzo gab die Möglichkeit, als Gruppe die Traditionen des Karnevals zu erleben, wo jeder und jede gemeinschaftlich zur Parade und Verkleidung beitragen. Die Künstlerin legte in ihrer Einführung zum Workshop einen Schwerpunkt auf die Karnevalstraditionen ihres Heimatlandes Trinidad und Tobago. Shannon Alonzo gab dabei Einblick in die verschiedenen Figuren des Jonkonnu Karnevals und lokaler Traditionen. Sie stellte ihr Œuvre vor: als interdisziplinäre Künstlerin arbeitet sie hauptsächlich mit Zeichnung, Skulptur und Performance. Im Fokus ihrer Praxis liegen Themen wie kulturelles Gedächtnis, Ortsverbundenheit und die Bedeutung des Karnevals im karibischen Bewusstsein. Im künstlerischen Workshop wurden die Studierenden in zwei Gruppen eingeteilt und, angeleitet von der Künstlerin, mit dem Bemalen und Besticken großformatiger weißer Stoffbahnen betraut. Die Künstlerin wählte dabei als Techniken die Bemalung mit Kohle und das Besticken mit dunklem Garn. Das Ergebnis ist eine dynamische Exploration des Karnevalsgefühls. Individuelle Beiträge lassen während des Prozesses eine gemeinsame Arbeit entstehen.

Dem ästhetischen und sinnlichen Erleben der Karnevalstradition folgte ein Besuch in der Kostümwerkstatt der Bühnen Graz, wo die Studierenden durch die einzelnen Bereiche der Werkstatt geführt wurden und auch den Kostümfundus kennenlernen durften. Der zweite Teil der Einheit führte nochmals in das Afro-Asiatische Institut und die QL-Galerie, wo die Studierenden dazu eingeladen wurden, ihre eigene Maske zu erarbeiten. Durch Kostümierung und Maskierung konnten die Studierenden in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Die daraus entstandenen Arbeiten wurden fotografisch in von den Studierenden gewählten Räumlichkeiten und Orten in und um die QL-Galerie festgehalten. Mittels dieser Aufgabe konnten die Studierenden bereits mit den Ausstellungsräumlichkeiten experimentieren.

Die weiteren Termine während des Semesters fanden hauptsächlich in den Räumlichkeiten der PH Steiermark in der Grabenstraße statt, wo sich auch die Ateliers und Werkstätten des Studiengangs befinden. Das Projektteam gab Impulse zum Thema Fasching, dessen Geschichte und der Figur des Narren, sowie nochmals zu außereuropäischen Karnevalstraditionen wie dem Jonkonnu und dessen Verknüpfungen. Grundlegend war jedoch, das Interesse der Studierende an spezifischen Themen zu stützen. Im Laufe des Semesters wurden die Ideen der Studierenden zu ihren eigenen Projekten immer wieder besprochen und Konzepte präsentiert. Nach der ersten Sammelphase wurde Anfang Mai zudem Shannon Alonzo als Expertin hinzugezogen. In kurzen, moderierten Präsentationen konnten die Projekte vorgestellt werden, und die Künstlerin gab den Studierenden Feedback und Anregung für die weitere Vorgehensweise für ihre künstlerischen Arbeiten. 

Ende Mai gab es eine weitere Zwischenpräsentation, wo konkrete Ideen, Weiterentwicklungen und bereits geschaffene Werke besprochen und Feedback gegeben wurde, bevor die Arbeiten am Ende des Semesters nochmals präsentiert wurden und deren Konzepte inklusivem dem theoretischen Hintergrund erläutert wurden.

 

Soziokulturelle Kontexte, in welchen die Bräuche des Faschings und Karnevals und spezielle Ausformungen von (Selbst-)Darstellung entstehen, wurden anhand des Projekts näher untersucht. Inhaltlich beschäftigen sich die Studierenden damit, wie gesellschaftliche Rollen durch Kostümierung und Maskierung aufgehoben, getauscht und ausgelebt werden können. Wiederkehrend ist die Frage, wie Festivitäten wie der Karneval den Habitus einer sozialen Rolle verändern und ob das gemeinschaftliche Feiern einen tatsächlichen permanenten Affekt auf das Verhandeln sozialer Grundregeln haben kann. Außerdem wird untersucht, inwieweit „Masken“ im menschlichen Alltag, insbesondere in Bezug auf gesellschaftliche Rollenbilder, präsent sind, in welchen Kontexten diese erkennbar sind und wie sie repräsentiert werden können.

Über das Sommersemester 2026 beschäftigten sich die Studierenden mit diesen Themenstellungen und entwickeln eigene künstlerische Projekte in verschiedenen Medien und mit individuellen Thematiken (Fasching, Karneval, Verkleidung und Maskierung, Kostümierung, das Spiel mit unterschiedlichen Rollen). Das Projekt mündet im November 2026 in einer Ausstellung in der QL-Galerie, in welcher die künstlerischen Ergebnisse der Studierenden gezeigt werden. Zudem wird auch Shannon Alonzo mit einem eigens dafür geschaffenen Werk in der Ausstellung vertreten sein. 

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Eine künstlerische Kooperation des Afro-Asiatischen Instituts Graz mit Lehrenden und Studierenden des Lehramtstudiums „Kunst und Gestaltung” der Pädagogischen Hochschule Steiermark im Rahmen der Lehrveranstaltung „Künstlerisches Projekt II“ unter Leitung von Veronika Hauer und Viktoria Taucher im Sommersemester 2026.

Ausstellungseröffnung: 12.11.2026, 19:00 Uhr


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Diözese Graz-Seckau

Afro-Asiatisches Institut Graz

Leechgasse 24, A-8010 Graz

Tel. +43 316 324434 | office@aai-graz.at

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